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Predigt aus Anlass 900 Jahre Uehrde

Predigt aus Anlass 900 Jahre Uehrde

Der erste Kreuzzug ist 6 Jahre her und Gottfried von Bouillon ist zum Idealbild eines christlichen Ritters geworden.
In Deutschland stehen sich die Heere Heinrichs des IV und seines Sohnes Heinrich V sich vor Regensburg gegenüber. Heinrich der IV wird vor Ausbruch eines Kampfes gefangen gesetzt.
Der erste Staufenherzog Friederich der I. von Schwaben stirbt.
Der Investiturstreit ist voll im Gange. Anselm v. Canterbury wird gebannt.
Die erste Blockwindmühle Europas wird errichtet.
Papst Alexander III wird geboren.
Der Dom von Speyer steht unmittelbar vor seiner Fertigstellung (1106)
Nürnberg wird erstmals als Stadt bezeichnet.
Und ein keines Dörflein namens Utherthe im Vorharz gelegen, wird erstmals urkundlich erwähnt.
900 Jahre ist dies alles nun schon her. 900 Jahre welch eine Zeit und dieses kleine Dörflein Utherthe unser heutiges Uehrde gibt es immer noch.
Dabei hat es gewiss viel in all diesen Jahren viel gesehen. Zuversicht und Beschwer, gehören dazu, Hoffnungen und Angst, Freude und Leid, Höhen und Tiefen.
Damals vor 900 Jahren herrschten noch Kaiser, Könige und Fürsten. Ritter gab es, wie wir sie höchstens aus alten Filmen und geschauspielert kennen. Und es war auch eine Zeit in der sich Glaube und Aberglaube, Religion und Magie noch oftmals vermischten. All dies ist längst vergangen und doch das Dörflein Ührde gibt es immer noch. Und so tun wir auch recht diesen ehrwürdigen Geburtstag gebührend zu feiern, dies auch mit einem Gottesdienst zu tun, denn augenscheinlich stellte unser Gott und Schöpfer doch diesen Ort unter seine Gnade und einen Segen.
In Ps 23 heißt es Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immer dar. Ja, ich denke fast wie eine Überschrift, könnte man darum diesen Vers über dieses Jubiläum schreiben.
Freilich heißt dies nun nicht, dass unser Dörflein Ührde immer nur die Sonnenseiten des Lebens gesehen hätte. Nein, auch so manche Dunkelheiten, galt es immer wieder zu bestehen und doch durfte dann dieses Dörflein jeweils von neuem erblühen, bis auf den heutigen Tag.
Ich denke, dass genau dies dann auch der innigste Wunsch und die Hoffnung der damaligen Herren und Ritter von Ührde gewesen sein mag. Denn in deren Siegelwappen findet sich eine Rose. Freilich ist mir nicht der genaue Ursprung dieses Siegels bekannt, aber das Bild dieser Blume ist mir dennoch durch den Kopf gegangen und ich dachte: Ja, die Rose sie ist tatsächlich das rechte Symbol für das Wohl und Wehe einer ritterlichen Familie und einer ihr zugehörigen dörflichen Gemeinschaft.
Denn was kann uns eine solche Rose nicht alles vom Leben erzählen! Spiegelt sie doch mit ihrem Aussehen genau das Leben eines Menschen in seinen Höhen und Tiefen wieder.
Ich habe darum heute zu dieser Stunde auch eine Rose mitgebracht.

Da fällt zunächst der Blick auf die wunderschöne Blüte. Die ganze Pracht und Schönheit der Natur wird hierin sichtbar. Und am liebsten möchte man sie sogleich zärtlich berühren und daran riechen, ja all diese Schönheit und Pracht der Blume in sich aufnehmen. Wahrscheinlich liegt das wohl daran, dass auch wir solche Schönheit und Pracht von unserem Leben erhoffen. Auch unser Leben soll so schön blühen, soll duften sozusagen und einmal ebenfalls in voller Pracht und Schönheit stehen.
Nicht anders werden sicher auch die Begründer unseres Dorfes und die Herren von Uehrde gedacht haben - sicher verbunden auch mit ihren ganz eigenen geheimen Träumen und Wünschen, wie dass für sie und diesen Flecken auch einmal ganz konkret aussehen könnte. Keine finanziellen Sorgen vielleicht, Gesundheit und Glück und vor allem eine Gemeinschaft , die zusammenhält.
Damals wie heute war und ist dabei natürlich nicht nur der äußere Anschein gemeint, sondern ebenso geht es auch um die inneren Blüten, um unsere Seele sozusagen mit ihren Bedürfnissen nach Geborgenheit und Verständnis, nach Liebe und Angenommensein.
Manchmal freilich haben sich die Menschen dieses Dorfes dabei sicher noch, so könnte man sagen, eher wie eine Knospe gefühlt, als wie eine blühende Rose, gerade in den ersten Anfängen oder auch Neuanfängen, die immer wieder bestanden werden mussten. Denn um Früchte ernten zu können, das Leben in voller Entfaltung und voller Schönheit erstrahlt zu sehen, bedarf doch zuvor harter und mühevoller Arbeit.
In meinem Geburtsort sagte man dann immer diesen Spruch und vielleicht ist er ja auch hier bekannt: Dem ersten den Tod, dem zweiten die Not und dem dritten das Brot.
Und dennoch Ziel und Hoffnung waren eben immer die wunderschöne Blüte und nicht die Knospe und genau daraus schöpfte man dann auch die Kraft, alles zu tun, um dem Ziel Stück für Stück näher zu kommen. Und wenn man Uehrde heute so sieht, 900 Jahre später: ist sie nicht tatsächlich mit Gottes Gnade eine liebliche Blume geworden?
Ich finde es darum auch besonders schön, dass die Ührder zu Gedenken an die Rose im Siegelwappen der einstigen Herren von Ührde ebenfalls jeweils eine Rose in ihrem Garten gepflanzt haben. Denn hierin verbindet sich Vergangenheit, und Gegenwart mit den Wünschen und Träumen an die Zukunft. „Gutes und Barmherzigkeit“ mögen auch weiterhin folgen und Ührde möge auch weiterhin im Hause des Herren bleiben.
Dabei ist dies, ich sagte es schon, nicht gleich bedeutend damit, dass es nun keine Hindernisse und Schwierigkeiten mehr zu meistern gäbe.
Denn auch das können wir von einer solchen Rose lernen, und ich kann mir gut vorstellen: die Herren von Ührde mögen ganz ähnlich gedacht haben, als sie ihr Siegelwappen erstellten. Denn wer eine Rose in die Hand nimmt, weiß, dass dies manchmal auch ganz schmerzvoll sein kann. Weil, ein stacheliger und dorniger Stil trägt die wunderschöne Blüte. Fragt man nun nach dem Sinn eines solchen Stils, dann wird relativ schnell deutlich, es kann sich dabei eigentlich nur ein eine Art Schutzfunktion vor Gefahren handeln, um eben das Gedeihen und Wachsen der Rose zu sichern. Gefahren und Hindernisse also und manch andere harten Anforderungen sind einfach Teil des Lebens, auch des menschlichen Lebens, und damit auch Teil eines Dorfes wie Uehrde. Und in solchen Situationen hilft es wenig, zu fliehen, zu verdrängen oder nur zu beklagen, sondern es gilt sich ihnen zu stellen, Kräfte zu mobilisieren, Dornen zu bilden, um die Gefahr zu meistern.
Übrigens ist dabei das Bilden solcher Dornen von Anfang an in der Rose selbst schon vom Schöpfer angelegt. Und genauso auch die Kräfte und Gaben von Gott in der Natur des Menschen, um in der Welt bestehen zu können.
Ührde nun hat sich in den Jahrhunderten den Herausforderungen immer wieder gestellt.
Sei es im Neuanfang als das Geschlecht der Herren von Ührde im 14. Jahr. erlosch. Sei es 1447 als Ührde die Selbstständigkeit verlor und Stadtdorf wurde. Sei es im Zusammenhang der Kriege: den 30-jähriger Krieg z.B. der 1758 Thaler Schaden brachte oder im 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg wo Ührde insgesamt 20 Tote Männer zu beklagen hatte. Oder auch als am 26 Juli oder 2. August des Jahres 1770 durch Blitzeinschläge Feuer ausbrach und fast das ganze Dorf vernichtete.
Nein Ührde hat sich immer den Anforderungen gestellt, Gutes und Barmherzigkeit immer wieder neu ergriffen und ist seinen Weg gegangen. Nach 1945 z.B. wurden allein 7 Neubauten hier auf diesem Stücken Land errichtet.
Aber damit sind wir eigentlich auch schon bei dem Dritten, was uns die Rose über das Leben erzählt. Denn die Blüte der Rose und ihr stacheliger Stil, konnten und können natürlich nur deshalb werden und zur Pracht gelangen, weil diese Blume in guten und festen Boden eingepflanzt ist. Also genug Nahrung bekommt, Mineralien, und anderes mehr, was erst das Wachsen und Erblühen auch ermöglicht. Und daneben ist sie ebenso auf die Dinge von außen angewiesen – d.h. auch Sonne und Wasser müssen noch hinzukommen, damit es mit dem Wachsen und Blühen auch richtig klappen kann. Der Himmel und die Erde müssen sich öffnen und sich berühren, wie man so sagt, damit das Leben zur vollen Entfaltung gelangen kann.
„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang!“, so heißt es in Ps 23 und für Ührde durfte es in dieser Hinsicht doch wohl so sein, wie wir ja heute dankbar sehen können.
Denn was den Boden anbetrifft, so durchfloss z.B. diesen Flecken über viele Jahre der Brunnenbach und den Menschen und das Vieh war ebenso das lebensnotwendige und magnesiumreiche Quellwasser vom Bornberg geschenkt.
Und was den Himmel nun betrifft, so brauchten sich die Bewohner von Ührde ohnehin keine Sorgen zu machen. Denn Gott hatte ihnen über die Zeiten hinweg, wie auch uns heute in der Gegenwart versprochen: „Ich lasse meine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lasse es regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt 5,45)“! oder mit Ps 23 gesagt : Ja, Gutes und Barmherzigkeit werden dir folgen ein Leben lang und du wirst bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Und nur aus diesem Grunde, weil dies so sein durfte, können wir heute auch zurückblicken auf ein Dorfleben, das, wie eine wunderschöne Rose immer wieder erblühen konnte – nicht nur dem äußeren Schein nach, sondern dann auch mit inneren Blüten der Dorfgemeinschaft - vor allem in ihrem Zusammenhalt und in ihrer Lebensfreude, die sich vornehmlich in den Festen, ob beim Osterfeuer oder Stoppelfest für alle spürbar Ausdruck verleiht.
Dies alles ist aber eben nicht selbstverständlich, es ist und bleibt auch ein Geschenk, ein Geschenk unseres Gottes, der seine Gnade und seinen Segen niemals von diesem Ort genommen hat.
Und so soll schließlich der heutige Tag auch ein Tag sein, um Danke zu sagen, Danke unserem Gott und Schöpfer, dass er unser Dörflein Ührde doch niemals vergessen hat.

Und für die Zukunft?
Der Ps 23 verheißt auch weiterhin: egal, was auch geschehen mag, egal was das Leben für unser Dörflein auch bereit hält, niemals fallen wir tiefer, als hinein in die Hand Gottes, der dort Gutes und Barmherzigkeit für uns bereit hält.
Freilich, eines bleibt uns selbst dennoch belassen. Inwieweit wir nämlich die guten Gaben Gottes dann für uns nutzen möchten, inwieweit wir unsere Wurzeln und Blätter ausstrecken wollen, all dieses für uns aufzunehmen.
So ist die Verheißung Gottes an uns auch für die Zukunft immer zugleich Gabe und Aufgabe, Geschenk und auch Bitte dieses Geschenk auszupacken und zu benutzen, Segen und auch der Wunsch diesen Segen für sich anzunehmen.

Und darum wünsche ich dem Dörflein Ührde und allen die darin wohnen, dass sie in Hülle und Fülle von dem Guten und der Barmherzigkeit Gottes, die ihnen geschenkt sind, auch Gebrauch machen werden. Damit dieses Dorf immer wieder zu einer solchen wunderschönen Blume werden kann, so wie eine Rose und so wie es seit seinem Bestehen für dieses Dorflein Ührde vor dem Harz gelegen, auch gedacht ist.

Amen

Pastor Horst Reinecke

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